Die verschiedenen Wurmarten und Ihre potentiellen Gefahren

Kleine Strongyliden

Vorkommen

Weltweites Vorkommen, zumeist im Dickdarm des Pferdes als Larvenstadium 5 vorzufinden und dort Eier ausscheidend.

Die Eier sind dünnschalig, oval und mit Furchungszellen. Eine Unterscheidung von Eiern der Kleinen und Großen Strongyliden im Mikroskop ist nicht möglich!

Die Adulten Larven sind dünn, gelb-weiss bis hin zu rötlicher Farbe, ca 0,5-3 cm lang.

Eine Krankheitsbild zeigt sich nur nach einem massenhaften Befall. Bei Jungtieren zeigt sich bei solch einem massenhaften Befall zumeist eine gestörte Gewichtszunahme, struppiges Fell als auch wechselnde Kotkonsistenzen.
Ältere Pferde zeigen zumeist eher chronische Durchfälle, Hypalbuminämien oder Neutrophilien.

In sehr seltenen Fällen aber nie ausgeschlossen kann eine larvale Cyathostominose (akuter und dann persistierender Durchfall, Gewichtsverlust, Koliken, Fieber, Ödeme, leider ist in solchen seltenen Fällen auch eine Letalität möglich.
  
Viele Arten der „kleinen Strongyliden“ sind gegen Benzimidazol-Entwurmungspräparate resistent.

Nachweis

Erfolgt über wiederholte Kotuntersuchung, Einachweise über (modifizierte) McMaster Methode
Behandlungen ab 200 EpG oder höheren EpG Werten.

Bekämpfung

Zeitgemäße (+Selektive) Entwurmung sowie Weidehygiene.


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Große Strongyliden

Vorkommen

Diese Dickdarmparasiten des Pferdes kommen nur noch sehr selten in Deutschland vor. Entsprechend mehrerer Studien (Dr. Lena Greite, Dr. Marcus Menzel, Barbara Rigam) liegt die Prävalenz für Strongylus spp. (vulgaris, equinus, edentatus, .... asini nur in Afrika/Asien auftretend) in Deutschland konstant trotz Anwendung der Zeitgemäßen (+Selektiven) Entwurmung bei 1%. Oft wird er über Importpferde in den Bestand eingetragen.

Die Eier sind dünnschalig, oval mit Furchungszellen. Eier werden durch das Larvenstadium L5 im Darmlumen ausgeschieden.
Die Adulten sind dünn, gelb-weiss oder rötlich und ca. 0,5 - 5 cm lang.

Es gibt beschriebene akute (Inappetenz, Fieber, Lethargie, Kolik, veränderte Peritonealflüssigkeit, erhöhte Lactatwerte, ZNS-Störungen, oft rasch letal) und chronische Formen (Inappetenz, Abmagerung, verändertes Haarkleid, z.T. immer wiederkehrender Durchfall und oder Koliken).

Nachweis

Erfolgt über die Kotuntersuchung durch eine 14-tägige Larvenanzucht oder eine PCR Untersuchung.

Bekämpfung

Beim Nachweis Entwurmen + Weidehygiene !

 (c) Barbara Rigam

 

Bandwürmer

Vorkommen

Eine typische Weideinfektion. Die Pferde infizieren sich, indem sie die „Moosmilbe“ aufnehmen. Diese enthält eine infektionsfähige Larve des Bandwurms.

Nachweis

Der Nachweis erfolgt durch ein Sedimentations-Flotationsverfahren oder durch wiederholte Kotuntersuchungen.

Bekämpfung

Beim Nachweis Entwurmung des gesamten Bestands

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Leberegel

Vorkommen

Gelegentlich können Pferde, v. a. bei Nutzung von Weideflächen von Rindern oder Schafen, mit Leberegeln infiziert sein.

Nachweis

Der Nachweis erfolgt über das Sedimentationsverfahren.

Bekämpfung

Beim Nachweis Entwurmung des gesamten Bestands

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Spulwürmer

Vorkommen

Vor allem Fohlen infizieren sich in den ersten Lebenswochen.

Nachweis

Der Nachweis erfolgt entweder durch Auffinden des Wurmes im Kot oder durch den Nachweis von
Eiern in einer Kotuntersuchung.

Bekämpfung

Bei Nachweis Behandlung des Einzeltieres bzw. des gesamten Bestandes.

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Pfriemenschwanz

Vorkommen

Pferde in Boxenhaltung mit reduzierter Boxenhygiene können sich als Problemfälle darstellen (Reinfektion).

Nachweis

Nachweis der Eischnürre im Perianalbereich oder von Oxyuren am Anus.

Bekämpfung

Beim Nachweis Entwurmen und Boxenhygiene verbessern.

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Lungenwurm

Vorkommen

Nur bei gemeinsamer Haltung mit Eseln; sehr selten.

Nachweis

Bei jungen Pferden Auswanderung (bis 9 Monate), ansonsten durch entsprechende anamnestische und klinische Abklärung.

Bekämpfung

Bei entsprechendem Nachweis/Anamnese oder therapieresistenten Husten sollte eine Entwurmung durchgeführt werden.

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Quelle: Dieses Bild wurde dankenswerterweise vom Institut für Parasitologie, Universität Zürich, zur Verfügung gestellt.

Strongyloides westeri

Vorkommen

Eine reine Neugeboren-/Jungtiererkrankung.

Nachweis

Über Kotuntersuchung, ggf. auch das Auswanderverfahren.

Bekämpfung

Beim Nachweis entwurmen.

Magendasseln

Vorkommen

je nach Region.

Nachweis

Auffinden der typischen Eier im Haarkleid.

Bekämpfung

im Spätherbst, werden durch Entwurmung ebenfalls erfasst.

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